Die UNESCO und das Biosphärenreservat Bliesgau
Angesichts steigender Umweltprobleme infolge menschlicher Eingriffe riefen 1970 die Mitgliedsstaaten der Weltkulturorganisation UNESCO das Programm "Der Mensch und die Biosphäre" („Man and Biosphere“ - MAB) ins Leben. Seine Aufgabe ist die Erforschung der Mensch-Umwelt-Beziehung sowie der Möglichkeiten einer nachhaltigen Nutzung. Da Forschung alleine aber keine Probleme löst, wurden die Biosphärenreservate ins Leben gerufen. Hier werden nicht nur Forschungsprojekte durchgeführt, sondern die entwickelten Lösungsansätze werden auch konkretisiert, erprobt und umgesetzt.
1976 wurde schließlich das Weltnetz der Biosphärenreservate begründet. In dieses Weltnetz sollten möglichst sämtliche Landschaftstypen der Welt exemplarisch einmal aufgenommen werden - damit für jeden existierenden Landschaftyp auch genau auf ihn zugeschnittene Modellansätze entwickelt werden können.
Heute gelten Biosphärenreservate weltweit als wichtiges Instrument, eine nachhaltige Nutzung modellhaft in einem weltweiten Netzwerk zu entwickeln, zu erproben und umzusetzen. Zu ihren Merkmalen gehören Anerkennung und regelmäßige Überprüfung durch die UNESCO, Bestandteil eines Weltnetzes, Aufgabe als Modellregion nachhaltiger Entwicklung, Untergliederung in Kern-, Pflege und Entwicklungszone sowie die Einrichtung eines eigenen Gebietsmanagements.
Die Anerkennung in Deutschland erfolgt auf Antrag des jeweiligen Bundeslandes bei der UNESCO, die auch im 10-Jahres-Rhythmus den Entwicklungsstand der Biosphärenreservate überprüft. Eine wichtige Rolle spielt hier das deutsche MAB-Nationalkomitee. Dieses hat auch die "Kriterien für Anerkennung und Überprüfung von Biosphärenreservaten der UNESCO in Deutschland" entwickelt, die den Ländern als Anleitung zur Erstellung von Anträgen dienen.
Mit ihrer Schutzfunktion (Erhaltung der Genressourcen, Tier- und Pflanzenarten, Ökosysteme und Landschaften), ihrer logistischen Funktion (Unterstützung von Modellobjekten, Umweltbildung, Ausbildung, Forschung und Umweltbeobachtung) und ihrer Entwicklungsfunktion (Förderung nachhaltiger wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung) sind Biosphärenreservate „Modellregionen für nachhaltige Nutzung“. Damit betrifft das Konzept der Biosphärenreservate – wie es die Sevilla-Strategie formuliert - eine der wichtigsten Fragen, denen die Welt heute gegenübersteht: Wie können wir den Schutz der biologischen Vielfalt, das Streben nach wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung und die Erhaltung kultureller Werte miteinander versöhnen?


















